nicole gugger Wissen präsentieren: echt. einfach. emotional.

Liebster Award

28.10.2015  |  Präsentation  |  Autor: Nicole Gugger  |  0 Kommentare
Dieser LiebsterAward kommt tatsächlich immer wieder und da das eine echte Auszeichnung ist freue ich mich auch immer wieder darüber.

Diesmal kommen die 5 tollen Fragen von der sehr geschätzen Bettina Stackelberg, die ich natürlich gerne beantworte.

1. Welches Thema, welche Entwicklung in Deinem unmittelbaren beruflichen Umfeld findest Du grad sehr spannend, begeistert Dich sehr und warum?

Mich fasziniert es immer wieder, oder immer noch, wie riesig die Lücke zwischen dem ist, was wir im BusinessUmfeld als adäquate Präsentation ansehen und dem was wir bei einem Vortrag auf größerer Bühne erwarten.

Die Menschen im Publikum funktionieren immer gleich – ihre Wahrnehmung, Emotionen, Merkfähigkeit, etc. Trotzdem akzeptieren wir auf der einen Seite mit Fakten überladene Langeweile, während wir auf der anderen Seite Bühnenpräsenz, Unterhaltungswert und revolutionäre Inspiration erwarten.

Nachdem ich kürzlich die hochinteressante Selbsterfahrung als TEDx Speaker machen durfte, ist die Faszination über diesen Zwiespalt erneut angestachelt. Denn oftmals stecken hinter langweiligen Zahlen spannende Projekte, Entwicklungen, Geschichten und Persönlichkeiten. Diese ans Licht zu holen, macht mir immer noch großen Spaß und so werde ich weiterhin meinen Beitrag leisten, diese Lücke zu schließen.

2. Welches Thema hingegen regt Dich auf, findest Du schlimm, findest Du unmöglich und warum?

Gedankliche Unbeweglichkeit.

Stichwort Pegida/Flüchtlinge: Es ist mir unerklärlich, wie man nicht in der Lage ist nachzuvollziehen unter welchen Bedingungen jemand leben musste, um Familie, Freunde, Heimat zu verlassen, unglaubliche Strapazen auf sich zu nehmen, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen, nur um einen Hauch von Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu haben. Und viele verdrängen dabei völlig, wie viele unserer Groß- und Urgroßeltern von solchen Erfahrungen berichten könnten.

Stichwort Unternehmenskultur: Der Effizienzwahn in vielen Unternehmen mit dem einzigen Ziel der Profitmaximierung, ohne zu bemerken, dass lebenswerte Umstände, Innovation, Identifikation und Nachhaltigkeit auf der Strecke bleiben, ist mir schleierhaft. Ebenso der anhaltende Akademisierungswahn, obwohl flächendeckend das sinkende Niveau beklagt wird. Doch zugleich wird an elitären Strukturen festgehalten, anstatt vorhandene praxisnahe, lösungsorientierte, querdenkende Potentiale erstmal konsequent zu nutzen.

Stichwort Präsentation: Wie kommt es, dass Menschen die manchmal ihr Leben lang unter gähnend langweiligen Präsentationen gelitten haben, dieses Vorgehen auch noch in Schutz nehmen und unreflektiert weiterführen?

Doch zugegebenermaßen ist das Leben ein permanentes Prioritätensetzen. Wer weiß, in welchen Gedankenfallen ich unbewusst festsitze.

3. Warum tust Du das, was Du tust? Was begeistert Dich an Deinem Beruf?

Ich bin ein extrem visueller Mensch. Vorträge mit Unmengen von Text an der Wand waren daher schon immer eine Qual für mich.
Als ich erst nach meiner Schulzeit entdeckte, wie viel einfacher ich auch extrem komplexe Inhalte verstehe und behalten kann, wenn ich sie visualisiere, war das für mich revolutionär. Vor allem, dass ich damit gar nicht alleine bin, sondern es bis zu 60% aller Menschen genauso geht, denen das oft genauso unbewusst ist.

Und ich fand heraus, dass es mir im Vergleich zu anderen sehr leicht fällt diese Zusammenhänge und Strukturen zu erkennen und darzustellen.
Kombiniert mit meinem Spaß am Querdenken und der Begeisterung für Psychologie und Design war die logische Konsequenz das in der Präsentationsberatung zusammen zu führen und mehr Menschen dieses Wissen zur Verfügung zu stellen.

4. Welchen einen ganz wichtigen und wertvollen Tipp gibst Du uns hier kostenfrei als Expertin/Experte Deines Fachbereichs?

Wenn Ihr eine Präsentation vorbereiten müsst – lasst den Rechner aus. Sucht Euch ein bequemes Plätzchen, schnappt Euch ein hübsches Notizbuch, evtl. Post its und nen Stift und denkt über Euer Publikum nach. Darüber welche Veränderung Ihr bei denen erreichen wollt.

Und sammelt alles was diese Menschen überzeugen könnte, vor allem auch auf emotionaler Basis. Also Erfahrungen, Anekdoten, Zitate, Bilder, überraschende Zahlen, usw. Eine tolle Präsentation braucht Zeit für Kreativität und vor allem Mut!
Mut um aus dem Standard auszubrechen und sich als Mensch sichtbar zu machen. Vielleicht hilft das: Ich habe noch niemanden erlebt, der diesen Schritt anschließend bereut hat!

5. Wie gehst Du mit Krisen, Ängsten oder (Selbst-)Zweifeln um?

Indem ich mir Zeit nehme, diese Zweifel und Ängste anzunehmen, zu begreifen wo sie herkommen und zu hinterfragen, was sie mir eigentlich sagen wollen.

Und ich rufe mir in Erinnerung, dass die großen Momente nun mal nicht innnerhalb der eigenen Komfortzone passieren. Sondern, dass das Chancen sind, denen ich mich mutig und neugierig stellen möchte. Normalerweise funktioniert das sehr gut und wird mit tollen Erlebnissen belohnt.

Lieben Dank Bettina für die interessanten Fragen. Die Weitergabe lasse ich für den Moment noch offen.

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